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Salut,

die Einen sortieren fleißig nach Farbe und Konsistenz, die Anderen mischen, es gibt Schnüffler, es gibt Ertaster und dann gibt es die Schauffler und Erbsenzähler. Kinder sind doch etwas Wunderbares. Wenn es um Essen geht sind sie so eigen, willensstark und seltsam, dass uns Erwachsenen manchmal die Kinnlage runterklappt. Der Stress ist vorprogrammiert, denn wir versuchen bereits im zarten Alter von ca. 8 Monaten unseren Kindern ein Löffel mit (selsbtgemachter oder gekaufter) Matschepampe in den Mund zu stecken, die so schmeckt wie aufgeweichte Pappe. Ja ich habe es probiert. Selbstgemachter Brei ist da keine Ausnahme. Der Geschmack ist fade und uninteressant. Wenn Ihr Eltern da draussen also glaubt Euer Kind macht hektische Bewegungen und Gluckser vor Freude nach dem ersten Löffel, so habt Ihr vermutlich Recht. Denn es kennt nichts anderes. Wenn das Kind jedoch Euch beim Essen zusieht und riecht was Ihr esst macht sich die Enttäuschung breit.

Bei meinem ersten Kind habe ich das auch noch so gemacht. Und ich war wirklich fleißig. Ich habe jeden Tag selbst Brei gekocht mit frischem Biogemüse. Meist Karotte, Fenchel und Kartoffeln. Später kamen dann wildere Kreationen dazu. Dann gab es auch mal rote Beete mit Kartoffel und Rindfleisch. So sehr ich rum probiert habe, es schmeckte immer öde. Die einen mögen jetzt vielleicht sagen, das liegt daran, dass ich an Gewürze, Salz und Pfeffer gewöhnt bin. Und genau das will uns ja auch die Babynahrungsindustrie suggerieren. Aber das ist es leider nicht. Denn wenn ich ungewürzte Karotten, Kartoffeln, rote Beete oder eben auch ein Stück Fleich pur esse, ohne es zu vermatschen, so schmeckt es hervor- ragend. Man kann den Geschmack genau raus schmecken und der Gaumen lernt etwas Neues. Anstatt diffuse Informationen durch einen Mix von Geschmäckern zu bekommen, muss der Gaumen und die Zunge lernen vorerst die einzelnen Bestandteile zu schmecken.

So habe ich ich es dann auch bei meinem zweiten Kind gemacht. Das sogenannte Baby-led weaning (http://www.baby-led-weaning.de) war die Antwort auf Zeitersparnis, entspannte Tafelrunden, gutes und gesundes Essen und zugleich, das stellte ich später fest ein Kind das „ALLES“ isst. Und da ich mit meinem ersten Kind einen sehr schwierigen Esser zu Hause hatte, erfreute ich mich daran, dass die Tochter so unkompliziert wurde.

Die einzige Kehrseite war die „Sauerei“. Das löste ich dann aber mit einem Teppich und einer Plastiktischdecke.

BLW

Ich bin fest davon überzeugt, dass Kinder lernen müssen, wie sich Lebensmittel anfühlen und wie sie jeweils schmecken. Andere Lebensmittel verfälschen den Geschmack. Daher habe ich für meine Tochter nicht extra gekocht, sondern immer einfach alles separat auf den Teller gelegt. Wenn es mal Suppe bei uns gab, so hat sie natürlich auch das probiert. Aber grundsätzlich bekam Sie Lebensmittel separat. Das Vermischen von Lebensmitteln kann man dann Stück für Stück einführen.

So und nun die alles entscheidende Frage: Darf man mit Händen essen?? Darf man matschen? Kommt auf das Alter und auf die Art der Lebensmittel an. Kinder sollten mit Händen essen, ertasten, befühlen. Essen ist ein Erlebnis und je mehr gematscht wird desto besser. Matschen macht schlau (http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt/hirnforschung/-/journal_content/56/12054/2553375/Matschen-macht-schlau/). Essen und Sprache sind eng verbunden. Und für Kinder ist es ein wichtiger Schritt und eine große Hilfe im Kategorialen Denken.

Was das Matschen bei Erwachsenen angeht, da sei es jedem selbst überlassen, was ihn glücklich macht. Aber ich bin der Meinung dass grundsätzlich ab einem gewissen Alter die Einführung von Besteck doch von Vorteil sein kann. 🙂 Diese Lernstufe verläuft bei Kindern aus Industrieländern automatisch durch Beobachtung und Nachahmung. Meine Tochter lernte erstaunlicherweise sehr schnell mit Besteck umzugehen.

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Ob man nun gelegentlich mit Händen essen kann? Die afrikanische, arabische und indische Esskultur is(s)t entspannter, denn traditionell werden die Hände zur Nahrungsaufnahme benutzt. In der europäischen Küche kommt es eben auf die Lebensmittel an. Man sollte sich das Leben nicht unnötig schwer machen. Als Orientierung könnte man sich Ausnahmsweise den Griechen anschliessen, die der Meinung sind „Für Hähnchen und Frauen braucht man Hände.“

Atā!
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