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Salut,

da ich gerade in Frankreich war und das Essen und die Leute genieße, habe ich mich mit einem etwas abstrusen Thema beschäftigt. Bzw. einem Thema das mich sehr erfreut und gleichzeitig verwirrt.

Dem „Französischen Paradox“.

Das „Französische Paradox“ ist ein Begriff, welches benutzt wird um den Umstand zu beschreiben, dass Franzosen trotz Alkohol- und Fettkonsums eine gesündere Konstitution haben als z. B. Deutsche oder Amerikaner und die Herzinfarkthäufigkeit in Frankreich dreimal geringer als in den USA ist.

Das ganze ist ein heikles Thema, denn Mediziner und Forscher haben einige Erklärungsansätze, einer sticht jedoch besonders hervor. Man führt dieses „Paradox“ unter Anderem auf den Alkoholkonsum zurück. Das ist gefährlich und ich würde nie eine Alkoholdiät empfehlen, doch wie kommt es zu einer solchen Annahme?

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Alkohol ist giftig, dass ist bekannt, doch ein gemäßigter Alkoholkonsum soll laut Untersuchungen von der Leber schadlos abgebaut werden. Zu dem hat es gefäßerweiternde Effekte und die Wahrscheinlichkeit bestimmter Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt. Achtung bei steigendem Alkoholgenuss steigt jedoch auch die toxische Wirkung. Die Frage ist also, wie viel ist zu viel? Laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen sollten gesunde Menschen folgende Mengen nicht überschreiten: Für Männer gelten täglich nicht mehr als 24 Gramm Alkohol, das entspricht etwa einem Viertel Liter Wein. Für Frauen ist nur die Hälfte unbedenklich, also etwas ein Achtel Liter Wein. 

Das sind in meinen Augen immer noch beachtliche Mengen. Meine ganz persönliche Faustregel lautet ein kleines Glas zum Essen! Und das auch nicht immer. Alles darüber hinaus ist kein Genuss mehr, sondern einfach nur der Wunsch nach Betäubung. Ich brauche das nicht. Ich verurteile aber auch niemanden, der das für notwendig hält.

Bei Schwangeren und Kindern hört der Spass dann aber auf!! Absolut kein Alkoholkonsum!!! Damit hier klargestellt sei, dass ich nicht den Alkoholkonsum propagiere! (http://www.schwanger-null-promille.de)

Alle Annahmen zum Französischen Paradox ergaben sich durch eine klinische Studie, in der festgestellt wurde, dass Reservatol, eine Komponente in Trauben, den Verlauf gewisser Autoimmunerkrankungen, Herzkrankheiten, Arteriosklerose, Alzheimer sowie Arthritis vorteilhaft beeinflussen kann. Darüber hinaus werden bei der Rotweinproduktion oligomere Proanthocyanidine (OPC) für das französische Paradox verantwortlich gemacht. OPC findet man vor allem in Traubenkernen, der Schale und dem Laub roter Trauben, in den roten Häutchen von Erdnüssen, in Kokosnüssen, in Ginkoblättern, in Äpfeln, Lärchenholz und in der Rinde der Strandkiefer.

Weitere Bestandteile, die im Rahmen des Französischen Paradox untersucht wurden, sind sowohl  problematisch wie auch als potentiell gesundheitsförderlich einzustufen.

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Polyphenole, welches bei längerer Gärung von Reben mit Schalen und Kernen (vor allem bei der Rebsorte Tannat) entsteht, soll besonders positive Effekte auf das Herz- und Kreislaufsystem haben.

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Menachinon (Vitamin K2) geriet in den Fokus der Paradox Studie, da die Franzosen eine erhöhte Aufnahme an Milchprodukten haben. Kräftiger Käse und fettige, milchige Saucen, wie die Béchamelsauce und die Sauce Béarnaise werden als potentiell problematisch eingestuft. Gleichzeitig wird das Essen fermentierter Speisen von Forschern gerade für die geringe Inzidenz kardiovaskulärer Krankheiten unter den Franzosen verantwortlich gemacht. Man findet Vitamin K2 in grünem Blattgemüse (Spinat, Broccoli, Kohl, Kopfsalat), Rinderleber, Sojabohnen, grüner Tee, Eidotter, Hafer, Vollweizen, Kartoffeln, Tomaten, Spargel, Butter und Käse.

All diese Ansätze haben also eins gemeinsam, die richtige Menge kann gesundheitsförderlich sein. Eine zu hohe Aufnahme hingegen kann Risiken mit sich bringen. Es ist als würde man in Japan den Fugu Kugelfisch zu sich nehmen. Oder russisch Roulette spielen. Denn welche Menge wovon zuviel oder gerade richtig ist, ist nicht vollends geklärt.

Ich kann nur sagen, für mich persönlich ist es sehr schwer auf gute französische Küche zu verzichten. Dazu gehört eben auch ein guter französischer Rotwein. 

Ich verfolge das Thema aber weiter.

Bis dahin

Bon appétit

Atā!

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