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Salut,

wie versprochen wollte ich noch meinen Post „DIE ARMENIER – PART I“ erweitern auf einen zweiten Teil.

Bei den Armeniern geht vieles durch den Magen. Nicht nur das Essen, auch die Sprache, die Liebe, Gesellschaftliche Ereignisse und alles rund um die Familie ist ständig begleitet von einem Festmahl oder der Zubereitung eines solchen.

Meine Schwiegermama ist da ein Paradebeispiel der typischen „Mayrig“. All Ihr Tun, all Ihre Bemühungen steckt sie in die Vorbereitungen und Zubereitung armenischer Speisen. All diese Speisen sind gewürzt mit Ihrer Liebe durch die Zeit, die sie dafür zugebracht hat. Noch viel wichtiger ist jedoch die Überlieferung der Rezepte, mit denen ich anvertraut wurde.  Und ihr wurden zuvor diese Rezepte durch Ihre Tante anvertraut. Ein wichtiger Kreislauf, der niemals enden darf. Ich werde meiner Tochter dies wohl auch irgendwann weitergeben.

Als Europäin war ich es bisher strikt gewohnt nach Rezept mit Grammangaben zu gehen, das kann man bei den meisten Armenischen Rezepten erst mal vergessen!! Wenn die Rezepte so weiter gegeben wurden, wie in meinem Fall gibt es nur ungefähre Angaben. Also, wird mit Gläsern, Prisen, Messerspitzen und den Augen gemessen. Abschmecken ist bei den Rezepten meiner Schwiegermutter kaum ein Thema. Das gibt es nur in den seltensten Fällen. Und wie lange etwas gekocht werden soll ist laut Überlieferung meiner Schwiegermama an Hand der Farbe und des Geräusches auszumachen, den der Topf macht. Bei gefüllten Weinblättern zum Beispiel muss der Kochtopf ein ganz bestimmtes Geräusch machen, fast wie ein Huhn das leicht gegen den Topf pickt, „tk tk“. Ich weiss aber mittlerweile, wie lange die gefüllten Weinblätter kochen müssen. Ich werde vielleicht bald ein Video hoch stellen! Die Diaspora Armenier haben eine ganz besondere Art Dolmas zu zu bereiten. Dazu gibt es aber ein anderes Mal mehr!

Als Französin und Individualistin würze und verfeinere ich gerne Rezepte. Auch das, musste ich lernen ist ein No Go bei armenischen Schwiegermamas. Also habe ich mir angewöhnt Rezepte strikt nach Überlieferung zu kochen. Bei mir gibt es also „օրիգինալ“ – „Original“. Die echte Armenische Diaspora Küche!! Das klingt seltsam, aber die Kochkunst der Armenierinnen aus Amerika, Libanon, Türkei, Deutschland und Frankreich ist eine etwas andere als die in Hayastan. Sie ist mit den orientalischen Besonderheiten, die die Geschichte der Armenier mit sich gebracht hat gefärbt.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Armenischen Küchenkultur ist der armenische „սուրճ (surtch)“ – Kaffee. Bei der Zubereitung wird nach traditioneller Art der Mokkatopf verwendet. pro Tasse werden ein bis zwei Teelöffel Mokkapulver in die Kanne gegeben. Je nach Wunsch gesüßt oder nicht. Wichtig ist das Aufkochen. Man darf es nur so lange aufkochen, das es fast überschwappt, aber eben nur fast. Die Crema muss erhalten bleiben. Eine Tasse ohne reichlich Creme zu servieren ist unhöflich. Der armenische surtch wird zu armenischen Süßigkeiten serviert. Bei langen Gesprächen über die Nachbarn, die Kirche, die Familie und Politik wird schon mal festgehalten wer wem später den Kaffeesatz liest. Auch das ist Tradition. Keiner glaubt daran aber irgendwie doch…es gehört eben dazu.

Insgesamt blickt die armenische Küche auf eine sehr alte Tradition, die bis zu den Urachtäern zurück geht. Diese vielfältige Küche, reich an Gemüse, Kräutern und Milchprodukten, Fleisch und natürlich das traditionelle armenische Brot Lavasch (dünnes, langes Fladenbrot) sind gesund und sehr abwechslungsreich. Aber auch der Weinanbau hat in Armenien eine lange Tradition. Empfehlen kann ich ausserdem den typisch armenischen „Cognac“ sowie einige Schnäpse.

Mein Favorit unter den armenischen Spezialitäten sind gefüllte Weinblätter! Das Rezept poste ich Euch in den kommenden Tagen!!

Atā!

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