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Blogverzeichnis - Bloggerei.de

Im kleinen 1×1 der respektvollen Konversation heißt es:

  • schaue der Person in die Augen
  • denke im Voraus über Interessante Gesprächsthemen nach
  • nicke zustimmend, damit die Person weiss Du bist interessiert
  • wiederhole bzw. fasse zusammen, was Dein Gegenüber gesagt hat

„All das könnt Ihr getrost vergessen!“ So Celeste Headlee, Reporterin und Moderatorin in Ihrem TED talk.

„Es gibt keinen Grund zu zeigen, dass Ihr aufmerksam zuhört, wenn Ihr tatsächlich interessiert seid!“

Dennoch wartet sie mit den 10 Geboten einer guten Unterhaltung auf. Vielmehr beschreibt sie wie ein guter Zuhörer ist! Und sie hat Recht dies zu tun. Denn in der heutigen Informationsüberflutung durch soziale Netzwerke und anderen Medien, ist es dem Menschen so wichtig geworden seinen eigenen Standpunkt Kund zu tun, dass sein Gegenüber zum Aufnahmekasten mutiert. Wir warten in jedem Gespräch auf eine Atempause, um unser Wissen auszubreiten. Am Liebsten hören wir unserem Gegenüber zu, wenn er uns für das Gesagte komplimentieren. Nein nicht „komplEmentiert“ sondern „komplimentiert“ mit „i“. Würde unser Gegenüber uns komplementieren, also ergänzen, wäre er sicher ein guter Zuhörer. Aber in diesem Artikel geht es darum, dass wir die Gabe des Zuhörens „einwenig“ verlernt haben. Daher verwendet Celeste Headlee die Methode eines Interviewers.

In einem Interview schlüpft man in die Rolle des aktiven Zuhörers. Und aktives Zuhören baut Vertrauen auf und fördert den würdigen Umgang miteinander.

Aktives Zuhören hat zum Ziel:

  • Missverständnisse zu mindern
  • Zwischenmenschliche Beziehungen zu verbessern
  • Empathie zu fördern
  • Problemlösungen zu verbessern
  • Einfachere Verhaltenskorrektur
  • Lernen durch Feedback.

Kinder sind immer ein sehr guter Indikator, ob man selbst guter oder schlechter Zuhörer ist. Wird das Kind laut und quengelig, so fühlt es sich nicht erhört! Natürlich sind Kinder auch mal laut und quengelig, obwohl man ihnen zuhört. Hier gilt, je öfter man aktiv zuhört, desto besser ist die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern.

Kommen wir zu den 10-Geboten des Zuhören. Diese Interviewtechnik funktioniert im alltäglichen Leben wie im professionellen Alltag:

 

1. „Don’t multitask“ – Nicht Mehrere Dinge gleichzeitig tun 

Höre einfach nur zu. Keine Nebenschauplätze! Handy weg legen, Zeitschrift weglegen und sich nur auf die erzählende Person konzentrieren. Wenn Du nicht zuhören willst, dann steh auf und geh. Aber sei in einem Gespräch präsent und im Moment.

 

2. „Don’t pontificate“ – Belehre Dein Gegenüber nicht

Predige, doziere und belehre nicht. Rede nicht hochtrabend über Dein Wissen, Deine Meinung. Wenn Du nach Bestätigung suchst, für Dein Wissen, Deine Größe, Deine Genialität, dann schreibe einen Blog! 😉 – In einem Gespräch sollte es immer um Dein Gegenüber gehen. Der Rest ist langweilig und arrogant. Gehe in jedes Gespräch um zu lernen, nicht um zu belehren. „Ich weiß dass ich Nichts weiß“

 

3. „Use open-ended questions“ – Nutze offene Fragen

Stelle Fragen: Wer, Wann, Wo, Warum und Wie! Je komplexer Deine Frage, desto simpler wird die Antwort ausfallen. Gestalte Deine Fragen daher lieber offener. Denn dann muss Dein Gesprächspartner über die Frage tatsächlich nachdenken.

Statt zu fragen: „Warst Du beängstigt?“ stelle die Frage offener: „Wie hast Du Dich dabei gefühlt?“ -> Lass Dein Gegenüber beschreiben, er/sie weiß es am besten! Auf Fragen wie „Warst Du wütend?“ bezieht sich die Antwort immer auf das stärkste Wort in der Frage. Auf „wütend“. Stelle die Fragen so, als wüsstest Du wirklich nichts zu einem Thema. Ist Deine Frage offen, dann ist die Antwort nicht vorhersehbar und das macht ein Gespräch interessant.

 

4. „Go with the flow“ – Lass es raus 

Fragen raus lassen. Kommt Dir eine Frage in den Kopf, dann stelle sie. Warte nicht. Es bringt Nichts, wenn Du die nächsten 2 Minuten des Gespräches über Deine Idee nachdenkst und dabei dem Gesprächspartner nicht mehr folgst. Lass es raus ohne dabei respektlos zu unterbrechen. Ein Gespräch sollte fließend sein und man muss Einfälle kommen und wieder gehen lassen.

 

5. „If you don’t know, say that you don’t know“Gebe nicht vor Dinge zu wissen, die Du nicht weißt

In Interviews sind Moderatoren sich bewusst, dass jedes Wort, dass sie sagen aufgenommen wird, daher sind sie vorsichtiger mit Behauptungen über das, was sie vermeintlich wissen.

 

6. „Don’t equate your experience with theirs“„Vergleiche Dein Erlebnis nicht mit dem Deines Gegenübers“

„Oh, ich weiss wie das ist…ich habe letztes Jahr meinen Bruder verloren…“ Nein, vergleiche nie. Es ist nie das selbe, es ist immer anders. Wenn jemand Dir von dem Verlust eines Angehörigen erzählt, dann erzähle nicht von dem Verlust Deiner Angehörigen. Wenn Dir Dein Gegenüber erzählt, wie sehr er seinen Beruf hasst, dann erzähle nicht, wie sehr Du Deinen Beruf hasst. Kein Erlebnis ist gleich. Und noch wichtiger: Es geht nicht um Dich! Mache aus der Geschichte der Gesprächsperson nicht Deine Geschichte. Nimm diesen Moment nicht um Dich ins Rampenlicht zu stellen.

 

7. „Don’t repeat yourself“Wiederhole Dich nicht

Versuche Dich nicht zu wiederholen. In beruflichen Situationen oder mit Kindern haben wir die Tendenz uns immer zu wiederholen, um unseren Standpunkt klar zu machen. Das ist herablassend.

 

8. „Stay out of the weeds!“Sei nicht zu detailorientiert

Niemanden interessiert das „Ganze“ drum herum, Daten, Fakten, wie es im Detail zu etwas gekommen ist. Man möchte wissen, wie es Dir geht, wie Du bist, was ihr gemeinsam habt. Details sind zweitrangig.

 

9. „Listen to understand, not to reply.“Höre zu, um zu verstehen, nicht um zu erwidern

Buddha sagte: „Ist Dein Mund offen…dann hörst Du nicht zu“ und Calvin Coolidge sagte: „No man ever listened himself out of a job.“

Warum hören wir einander nicht zu?! Weil wir lieber Reden. Wenn wir sprechen, haben wir die Kontrolle, wir müssen uns nicht anhören, was wir nicht hören wollen, wir stehen im Mittelpunkt, wir können unsere eigene Identität darstellen.

Aber es gibt noch einen anderen Grund…wir werden schnell abgelenkt von Nebenschauplätzen. Wir sind in der Lage durchschnittlich 225 Worte pro Minute zu sprechen, jedoch bis zu 500 Worte pro Minute aufzunehmen…nur durch zuhören. Beim Sprechen muss unser Verstand diese restlichen 225 Worte gedanklich füllen/verarbeiten. Zuhören kostet Energie und viel Bemühung. Wenn wir nicht fähig sind diese Bemühung auf zu bringen, dann handelt es sich nicht um eine Konversation. Dann sind wir nur Menschen, die sich kaum zusammenhängende Sätze an den Kopf werfen.

 

10. „Be brief“Sich kurz fassen

„A good conversation is like a miniskirt; short enough to retain interest, but long enough to cover the subject!“ Fasse Dich kurz. Je länger eine Idee umschrieben wird, desto schneller verliert man den Zuhörer.

Wir sollten alle lernen wieder miteinander zu kommunizieren! Interesse zu zeigen und daran zu glauben, dass man in jeden Moment verblüfft werden kann. An das Besondere eines jeden Menschen zu glauben. Zuhören…und Ihr werdet sehen…wie sprachlos ihr am Ende eines Gesprächs seid.

 

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