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23. Februar 2018, ich bin auf dem Weg zum BarCamp Bonn. Ein BarCamp ist ein offenes Veranstaltungsformat, das zum Netzwerken und Wissensaustausch einlädt und immer höchst inspirierend ist. Die Teilnehmer sind gleichzeitig Teilgeber. Das heißt die Teilnehmer organisieren den Veranstaltungsplan. Das 4 BarCamp findet dieses Jahr nicht wirklich in Bonn statt. Da der erste Tag sich dem Schwerpunkt Bildung widmet, passt die Location dann doch: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg – Campus St. Augustin. Das Thema Bildung ist hoch aktuell und ich freue mich auf viel Input.

BarCamp Bonn 2018 | Bonn
Bild: Hakan Cengiz → http://wirtschaft-anzeiger.de/

Die, die mich gut kennen, wissen aber vielleicht, dass ich mit Sankt Augustin emotional verbunden bin und so stürze ich mich voller Vorfreude in die Eingangshalle.

BarCamp Bonn 2018 | Bonn
Bild: Hakan Cengiz → http://wirtschaft-anzeiger.de/

Die ersten, bekannten Gesichter, auf die man sich immer wieder freut und einige neue Gesichter… Kaffeeeeeeeeee, wo ist der Kaffee? Noch nicht durch? Was? Ich verzeihe vieles, aber das, na gut auch das, ist ja das BarCamp und die Jungs (das sind für die, die es noch nicht wissen Johannes Mirus und  Sascha Foerster von Bonn.digital) haben eine Mordsarbeit hinter und noch vor sich. Und bisher wurden wir nie enttäuscht. Die Beiden wissen, was sie tun. Ausserdem gibt es Carebags! Also alles halb so wild.

Zur Begrüßung und Sessionplanung begeben wir uns in den Vorlesungssaal, wo Sascha und Johannes uns, wie üblich die BarCamp Regeln erläutern. Wie so ein BarCamp funktioniert hat Sascha in einem Video veranschaulicht. Unter dem Hashtag #bcbn18 wird während der Veranstaltung fleißig getwittert.

 

Los geht’s. Die Regeln werden erläutert, alle stellen sich vor (Mit Namen, #Beruf und #Interesse) und die Sessionplanung kann losgehen. Ca. die Hälfte der Teilnehmer möchte etwas anbieten. Und die Themenvielfalt macht die Wahl der Sessions wieder schwer. Ich kann aber alle parallel laufenden Sessions über Twitter mitverfolgen.


Ich entscheide mich für die Session „HipHop und die deutsche Bildungs- und Integrationspolitik“ von Sascha Verlan.

Sascha freut sich über so viele weibliche Teilnehmer, weil seine Workshops sonst eher männlich dominiert sind. Schade eigentlich, dabei braucht gerade deutscher HipHop mehr Feminismus. („Erst wenn eine HipHop-feministische Debatte endlich auch in Deutschland geführt wird, ist es auch möglich, den Sexismus im Rap in eine neue Perspektive zu rücken und das revolutionäre Potential von HipHop zu nutzen.“ – Lili Ruge für Bayrischer Rundfunk).

Die erste Berührung, die ich mit HipHop hatte, liegt jetzt ca. 22 Jahre zurück, was unglaublich ist, da es mir vorkommt wie gestern (ich höre immer noch gerne De La Soul, Beastie Boys und Cyprers Hill). Unsere Generation ist mit den Fanta4, Max Herre und Fettes Brot aufgewachsen und hat die Anfänge in Deutschland life miterlebt.

Seit dem hat sich einiges geändert in der deutschen HipHop-Szene. Der damals kommerzialisierte Sprechgesang mutete zumindest in meinen Augen positiv an. Lebensbejahend. Großmäuligkeit, und Macho-HipHop gab es sicherlich schon damals, aber er war mit Sicherheit nicht so stark in der deutsch-kommerziellen Umlaufbahn wie heute. Und genau das ist ein Problem. „Das, was als Rap gerade rezipiert wird in den großen Medien, das, was die Leute als Rap draußen zu sehen kriegen, ist sehr eingeengt“, so Sascha in seinem Trailervideo zu seinem Buch „35 Jahre HipHop in Deutschland“.

In der Session wird mir noch mal bestätigt, dass viele dieser berüchtigten Gangster-Rapper gar nicht aus eigener Erfahrung rappen und einige genau wissen, was sich gut vermarkten lässt.

HipHop kann aber viel mehr…es gibt ihn, den „guten“ HipHop. Den „empowernden“ HipHop.

Wir sprechen noch darüber, was Jugendlich bewegt HipHop zu hören: Schocken und Abgrenzung! Und ich muss zwangsläufig an meine eigene rebellische Phase denken.

Als Mutter bekommt das noch mal einen neuen Anstrich. Denn, das, was unsere Kinder heute hören, scheint uns nicht mehr zu schocken… ist das vielleicht auch eines der Gründe für diese Art von Gangster-Rap, wie wir ihn in den Medien mitbekommen? Muss es immer heftiger werden, damit wir uns daran reiben? In 45 Minuten kann man dieses Thema nicht ausreichend erörtern, aber die Session hat zum Denken angeregt.

Ich gehe trotz Bonos Aussage beseelt aus meiner ersten Session und ich lösche ihn nicht aus meiner Playlist. Das nächste Geburtstagsgeschenk für meinen Sohn habe ich ausgeguckt. „35 Jahre HipHop in Deutschland“! Aber vorher schauen wir uns zusammen auf Netflix noch die Dokumentation „Hip Hop Evolution“ an, danke an Kai Heddergott für den Tipp 😉

Im zweiten Teil erzähle ich Euch etwas über meine eigene Session, über Karin Krubeck, die uns etwas über ihre Social Media Strategie für BonnGehtEssen erzählt, sowie die Session mit Stephanie Braun zum Thema Persönlichkeitsentwicklung.

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4 Kommentare zu “Mein BarCamp Bonn – Teil 1

  1. Herzlichen Dank für den ausführlichen Beitrag zur Hip Hop Session, die ich nicht besucht habe. Ein bisschen was, hast du mir ja schon erzählt, spannend.
    Für mich ist all das eng verknüpft mit dem Film „Dangerous Minds“, den ich in meiner Jugend gesehen habe, nicht im Kino, sondern später, aber danach immer wieder gerne.
    Danke auch für die Erwähnung und freue mich sehr auf die weiteren Beiträge und das nächste Barcamp mit dir 😉

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Bildung und Inspiration auf dem BCBN18 ⋆ Kleiner Komet *Willkommen in meiner Welt der Geschichten*

  3. Pingback: Let's talk about ... Barcamp! | BarCamp Bonn

  4. Pingback: Mein BarCamp Bonn – Teil 2 | Charme und Melone

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